Einfach Unverpackt

23:17:00 Alternulltiv Hamburg 1 Comments


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Wirklich sehr einfach, alternulltiv zu leben, war es in Leipzig, wo ich gerade mal wieder gearbeitet habe.

by alternulltiv


Dort gibt es inzwischen zwei Unverpackt-Läden und einer davon ist "Einfach Unverpackt" in der Südvorstadt.
Gestartet mit einer erfolgreichen Crowndfunding Kampagne, hat der Laden im März 2016 eröffnet und scheint sich seither im Viertel zu etablieren.
"Es ist schon echt viel Arbeit, aber es macht auch Spaß", sagt Inhaber Pierre Mischke.
Und dass er sein Herzblut in den Laden gesteckt hat, sieht man.

by alternulltiv


Liebevoll und ordentlich reihen sich die Produkte aneinander, die man sich selbst in seine eigenen Gefäße abfüllen kann.

by alternulltiv


Ein Regal voller Gewürze, eine Müslibar, diverse Arten Nudeln und Reis, verschiedene Mehle, Nüsse und Trockenfrüchte.... Ich kann nichts finden, was ich im Alltag brauche und was mir hier fehlen könnte.
Das Sortiment ist groß und selbst Dinge wie Kakao und Backhefe bekommt man hier zum Selbstabfüllen.
Das hat mich besonders gefreut, denn ich habe neulich lange überlegt, wie ich denn Hefe bekommen kann, ohne Verpackungsmüll zu verursachen. Davon habe ich gleich etwas mitgenommen.

by alternulltiv


Sogar eine kleine Frischetheke mit Käse und Frischkäse gibt es.

by alternulltiv


Die Seifen und Shampoos sind aus einer regionalen Manufaktur, was die Umwelt durch kürzere Transporte schont. Pierre Mischke hat seine Produkte wirklich sorgfältig ausgewählt und ist seinem Konzept treu geblieben.

by alternulltiv


Frisches Obst und Gemüse gibt es natürlich auch, so kann man wirklich seinen ganzen Einkauf bei Einfach Unverpackt tätigen.
Und falls jemand seine eigenen Taschen, Beutel, Dosen oder Gläser vergessen hat, kann man natürlich auch hier welche erwerben, die man dann immer wieder nutzen kann.

by alternulltiv


Eine Wage steht beim Eingang bereit, um die Gefäße abzuwiegen, bevor man sie befüllt.
Das Gewicht der Gefäße kann man sich ausdrucken lassen und einfach drauf kleben oder mit einem bereitgelegten Stift direkt auf die mitgebrachten Gläser schreiben.
Später an der Kasse wird das Gewicht ganz einfach abgezogen und man zahlt nur für die Ware.

"20 Unverpackt Läden gibt es bereits in Deutschland und es werden immer mehr. Dass Hamburg noch keinen hat, ist wirklich seltsam." Da hat Pierre recht und wir hoffen, dass sich das bald ändert.
Es macht alternulltiv leben wirklich so viel einfacher!

by alternulltiv


 Wer also in Leipzig wohnt und das gern möchte, hat die besten Vorraussetzungen, alternulltiv bzw. zero waste zu leben und ganz besonders bei einer so netten Ladenatmosphäre.
Also schaut vorbei bei Einfach Unverpackt und tut euch und eurer Umwelt etwas Gutes!



In Leipzig, it is very easy to live zero waste. I recently worked there and this year two bulk stores opened in the city, one of them in the trendy south.
Starting with a successful crowdfunding campaign, Pierre Mischke, the owner, opened the doors in March 2016. 
"It's really a lot of work - but it's fun, too", he tells me.

And you can see that he's very into his work. Simply furnished but beautifully lined up, you can really find almost anything in "Einfach Unverpackt" - translated "Simply unpackaged".

 There is muesli, spices, different kinds of rice and pasta, nuts and dried fruits...
Even baking supplies like pure cocoa and dry yeast. The latter really surprised and uplifted me because I have been searching for an alter-0-tive for yeast for a year! Great!

There's even a little fridge with cheese and cream cheese.

Shampoos and soaps come from a regional manufactor, which saves our environment a lot of CO2 from transporting them over long distances.

Of course, there's also fresh veggies and fruits. If you didn't bring your own bags or containers or you don't have any yet, you can also buy different sizes of bags and jars here, to use them over and over again.
Pierre Mischke really assorted everything consciously. 

When you enter the store, you the the scale, where you can weigh your containers before filling them. In the end at the counter, the weight of the container is just abgezogen and you only pay for what you filled in it.

"There are 20 bulk stores in Germany already, it really surprises me that Hamburg doesn't have one." The we are totally on one line with Pierre Mischke. But we hope, this is going to change soon...
It makes living zero waste so much easier!

So, whoever what's to live zero waste in Leipzig, there is no good excuse - just start!
Your health and your environment will thank you :) 

1 Kommentare :

...und plötzlich sind die Eltern auch Zero Waste...

11:35:00 Alternulltiv Hamburg 0 Comments


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Vielleicht kennt Ihr das auch, dass euch eure Eltern für verrückt erklärt haben,
als ihr offenbart habt, ab jetzt zero waste leben zu wollen!?
Mein Vater sagte: "Das ist ja toll, aber das geht doch gar nicht. Wie willste das denn machen?"
Auch meine Mutter hatte die üblichen Kommentare auf Lager: "Finde ich total toll, aber ich arbeite und das krieg ich dann nebenbei nicht hin. Ausserdem wohnen wir hier ja nicht in einer Großstadt. Wo soll ich denn dann einkaufen gehn?"

Ich hab ein bisschen geschmunzelt und die üblichen Gegenargumente angebracht:
"Ihr lebt doch quasi auf dem Land und da habt ihr noch die guten Hofläden, Tante Emma Läden, kleinen Schlachtereien. Es ist nicht so zeitintensiv, wie ihr jetzt denkt. Fangt doch klein an?"
Mit einem "Ja, gucken wir mal." wurde das Thema erstmal beiseite geschoben.

Als mein Vater dann, aufgrund einer Stimmband-OP ein paar Tage bei uns in Hamburg gewohnt hat,
konnte er live erleben was bei uns so ´auf den Tisch kommt´. Die Milch kam aus der Pfandflasche, die Butter war selbst gemacht, die Wurst (die ihm besonders gut geschmeckt hat, weil sie vom Fleischer auf unserem Markt kam) lag in einer Edelstahlbox, der Käse in einem Glas...
Es folgten nochmals der ein oder andere Kommentar, aber ich merkte auch, dass mein Vater es wohl doch gut fand was ich da machte.

Ein paar Tage nachdem er wieder zu Hause war, telefonierte ich mit meiner Mutter, die mir mit einem Grinsen erzählte, dass mein Vater jetzt Glasbehälter bestellt hätte.
Wieder ein paar Tage später folgten Fotos. Unverpacktes Obst und Gemüse, Gemüsebeutel, Käse in einem Glasbehälter...
Ich hatte sie also doch angesteckt.

by Peter Wilcek
by Peter Wilcek
   










Vor ein paar Wochen schickte mir mein Vater dann Fotos von seinen Schülern, die Fragebögen in der Hand hielten. Ihr müsst wissen, mein Vater ist Lehrer (unter anderem). Er hat in einem Unterrichtsfach ein paar "Wie vermeide ich Plastik"-Stunden eingeschoben. Ich war baff!
Und wie er erzählte, waren alle Schüler total angetan und mit vollem Einsatz dabei.
Er zeigte den Schülern auch unseren Besuch auf dem roten Sofa und hat auch beim Thema mit der Menstruationstasse nicht auf Pause gedrückt.
Es soll kein albernes Gekicher gegeben haben. Wieder war ich positiv überrascht.


by Peter Wilcek
by Peter Wilcek


Auch schriftlich ist mein Vater mittlerweile sehr aktiv.
Er macht Händler und Supermärkte auf den Plastikkonsum und die unnötigen Verpackungen aufmerksam und räumt bei uns in der Heimatstadt ganz schön auf.
Großartig!

Inzwischen machen meine Eltern ihren Frischkäse, ihre eigenen Nudeln und die Butter auch selber, kriegen ihre tierischen Produkte (wie Käse und Wurst) sogar DIREKT (teilweise auch hinter dem Tresen!!!) in ihre Behälter gelegt und besitzen wahrscheinlich schon mehr Glasbehälter und Beutel als ich ;-)

by Gerda Wilcek

Ich bin sehr stolz auf sie und beeindruckt, wie schnell auch die beiden, Schritt für Schritt,
ganz viel umgestellt haben.


Mein Vater

Meine Mutter




Maybe you know that feeling aswell, of your parents thinking you´re crazy, ´cause you just told them, you will be living zero waste?!
May Dad said:" That´s great, but how is this supposed to work? It´s impossible!"
My mum also replied:"Good idea. But I couldn´t do that. I´m working, it´s hard to coordinate and we´re not living in a big city. So we´re not havin´ the shops that you do. Where shall I go?"

I grinned and added the common arguments:"Well, you are livin´ on the country side, you´ve got farmers markets, farmers shops and small butcher's shops. It´s not that time-consuming as you think. Start step by step?"
With a "we´ll see" the conversation was over.

As my Dad lived a few days in our appartement in Hamburg, he experienced live what´s it like, living zero waste. The milk came out of a glas bottle, I made the butter myself, meat and cheese came in a jar...
He added some comments but at the same time I felt him thinking about and liking everything I did.

A few days later my Mom called me to tell me, my Dad ordered some jars and stainless steel boxes.
Again a few days later I got photos: unpacked fruit and veggies, clothbags for vegetables, cheese in a jar....
Well, I guess I got them.


by Peter Wilcek

A few weeks ago my Dad send me pics of his students, holding some forms. 
You have to know, my dad is a teacher. He did some "how can I avoid plastic" courses in school.
As he told me, the students were more than interested. He also showed them our TV performance of "Das rote Sofa" and didn´t stop when we talked about the menstrual-cups.
He said there were no giggeling or commenting going on. I was surprised. Wow!



by Peter Wilcek

My dad is also really involved in writing letters and mails to the local supermarkets, to tell them where to avoid plastics. He really cares and `cleans up`.

Meanwhile my parents make their own creamcheese, butter and noodles, they are getting their meat and cheese in their jars (sometimes even BEHIND the counter) and they have more zero waste objects than I do.



by Gerda Wilcek

I am really proud and impressed how fast they changed their lives to (almost) zero waste.












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Live @ Wurmington

07:43:00 Alternulltiv Hamburg 0 Comments


For English version, please scroll down :) 

Seit Monaten will ich eine besser Möglichkeit der Kompostierung im Haus haben, anstatt meinen Kompost zu Vanessa in die Biotonne zu bringen.
Ich habe mehrere Möglichkeiten erwogen - Bokashi Eimer oder ein Komposter auf dem Balkon, aber nichts schien mir wirklich passend für unseren (mein Freund & ich) Haushalt.
Bis ich auf die Wurmbox stieß!
Die Hamburger Wurmbank stellte Kisten her, in denen man selbst kompostieren konnte und dann auch noch fruchtbaren Kompost für seine Pflanzen am Ende heraus bekam.
"Großartig", dachte ich mir, "her mit dem Ding!" 
Leider kann bei der Hamburger Wurmbank nur der eine Wurmkiste erwerben, wer sozial benachteiligt ist, d.h. z.B. arbeitslos oder auf Sozialhilfe angewiesen.
Da ich dies momentan nicht bin, bekam ich dort also keine.
Zu meinem Glück fand ich eine Bauanleitung im Internet und zum allergrößten Glück habe ich einen handwerklich begabten Freund, der auch angetan war von der Idee ;)

by alternulltiv

Es wurde also Holz gekauft, was schon die erste Herausforderung war, da das Holz wie in der Bauanleitung beschrieben, nicht so zu finden war.

Die Kiste ist letztendlich also doch etwas anders als in der Bauanleitung geworden, aber wir hoffen, Sie tut ihre Dienste genauso gut.

by alternulltiv

Messen, Sägen, bohren, schrauben, anpassen, nochmals sägen.... Ich bin wirklich froh, dass ich das nicht allein machen musste, denn vier Augen sehen einfach mehr als zwei.

by alternulltiv

Ich denke, wenn ich das alles allein gemacht hätte, hätte es sicher ein paar Tage gedauert, bis die Würmer in ihr neues Zuhause hätten ziehen können.

by alternulltiv

Mit meinem Handyman hatten wir das ganze an einem Nachmittag erledigt.
Gut, das Trenngitter in der Mitte fehlte noch, aber das wurde am nächsten Tag gezimmert und eingesetzt.

by alternulltiv

Fertig funktioniert das Ganze folgendermaßen:
Zuerst wird die Kiste mit "Nistmaterial" gefüllt - sozusagen das Bettchen für die Würmer gemacht.
Auf den Boden kommt eine Schicht Sand, darauf eine Schicht Torfmull oder lockere "lebendige" Erde.
Diese haben wir aus dem Wald geholt, da dort sicherlich viele Mikroorganismen vorhanden sind, die für so einen Kompostierungsvorgang sehr wichtig sind.

by alternulltiv

Dann kommen die Würmchen rein! Wir haben ein wenig Komposterde mit Würmern aus dem Wurmkomposter meiner Cousine und ihres Mannes bekommen - das sind also schon Familienwürmer :)

by alternulltiv

Auf die Würmer kommt ein wenig aufgeweichte Wellpappe, da ich gelesen habe, dass die Würmer das gern haben.
Man füllt zuerst eine Seite der Kiste, bis sie bis oben voll mit Kompost ist, dann fängt man an die andere Seite zu befüllen. 
Die Würmer verarbeiten den Kompost zu Komposterde, die man dann zur Bepflanzung seiner Pflanzen nutzen kann.
Sobald die eine, zuerst befüllte, Seite kein Futter mehr für sie hergibt, d.h. wenn sie alles umgewandelt haben, wandern sie natürlich auf die andere Seite durch das Gitter in der Mitte und man kann die Erde ohne Würmer entnehmen.

Und so geht es immer weiter....
Klingt einfach, oder?

Ich hoffe, das ist es auch!

by alternulltiv

Ich werde jedenfalls weiter davon berichten, wie sich die Würmer bei uns so einleben und wie sich unsere neuen Haustiere in "Wurmington" als Kompostverwerter so machen!

Wir sind gespannt!

Denkt daran: Wenn ihr organischen Abfall gut entsorgt in einem Kompost oder auch in der Biotonne, kann daraus unserer Erde etwas Gutes zurückgegeben werden. Der Kreislauf schließt sich.
Organischer Abfall in der Restmülltonne führt zu Methangasen, die den Treibhauseffekt in der Atmosphäre ankurbeln.
Also seid euch bewusst, wie wichtig die Verwertung organischer Materialen für uns alle letztendlich ist.

Falls ihr auch eine Wurmkiste bauen wollt, hier ein paar nützliche Links:
Bauanleitung Wurmkiste
Bei Wilma-Wurmkiste gibt es auch Workshops zum Wurmkistenbau.
Für Tipps und Tricks könnt ihr euch auch gern bei uns melden und wir versuchen euch so weit es geht zu beraten.
In Österreich gibt es auch Wurmbox-Hocker zu bestellen:
www.wurmkiste.at

Einen wunderbaren Tag wünscht euch Erdmuthe von Alternulltiv!

by alternulltiv

For months I've been looking for the best solution for composting in our (my boyfriend's and mine) home.
I searched the Internet for bokashis or balcony composters, but nothing seemed to really fit our needs.
Then I found a few articles about worm-farms and was hooked.
When I heard from my cousin that she and her husband had one on their balcony and it worked perfectly, I wanted to build one.
I found an description of a DIY wormfarm in the Internet and luckily I have a boyfriend who really liked the idea and helped me!

We bought wood which was actually the hardest part, because the wood they used in the description was nowhere to find. So actually in the end our box was build a little differently but we were confident that it would work anyway.

Taking measures, sawing, screwing, measuring again.... I was really glad, that I wasn't alone with that, because I guess if I would have been, it would have taken me days to build e box.

With my handyman at my side, we where finished in one afternoon, except for the net in the middle, which we made the next day.

And this is how it works:
First we put in a "bed" for he worms: a little sand, a little "living" earth, which we got from the woods, so there are enough micro organisms in it to help the worms break down the organic material.
And we add a little paper soaked in water because I read that the worms really like that.

Then we put our new little pets into the box.
We got some from my cousin and hope they really like it and grow and reproduce to the amount that fits in the box, which is about 1000 worms!

Then you can start feeding them.
You first start filling one side of the box, and the worms will start breaking down everything, and when one side is full you start filling the other.
 When the worms have finished breaking down the compost on the first side they will automatically go over to the other side, where there's food, and you can easily take out the humus that is in the first side and use this fertile compost earth it for your plants.

And on and on it goes....

Amazing, isn't it?

I will keep you posted about how this works for us. We're very excited :)

If you'd like to build a wormbox yourself, check this link for a german description.

If you'd like tips from us, don't hesitate to contact us.

Think about this next time you throw an apple into your trash:
Composting is the best way to give something back to our earth. It nourishes the earth and the plants that grow on it, which our food again....
Organic material in your "normal" trash can goes to landfill or incinerator. It leads to emission of methane gas which is 25% more potent than CO2, and a contributor to the green house effect.
You see how important the usage of organic material actually is for us all.

Have a beautiful day!





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